Wettbewerb 10 Jahre Erlebnisraum Tafeljura

Versteckte Schätze in den Dörfern des Tafeljura

Der Wettbewerb "Versteckte Schätze in den Dörfern des Tafeljuras" fand anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Vereins Erlebnisraum Tafeljura von Ende Mai bis Ende September 2013 statt. Jeden Monat wurden in verschiedenen Medien der Nordwestschweiz sowie auf der Homepage des Vereins Erlebnisraum Tafeljura drei neue Fotos zu je einem speziellen Thema veröffentlicht.

Es galt, die auf den Fotos abgebildeten Gebäudeteile in den angegebenen Ortschaften zu finden und die Dorf- und Strassennamen und Hausnummern als jeweilige Lösung ins Formular einzutragen. Einsendeschluss war der 30. September 2013.

Folgende Preise konnte man gewinnen:

1. Preis: Traummenu für 2 Personen im Kurhotel Bad Ramsach.
2. Preis: Nachtessen für 2 Personen im Restaurant Löwen Rünenberg.
3. Preis: Nachtessen im Gasthof zum Rössli Zeglingen.
4. Preis: Nachtessen im Restaurant Bürgin Wittinsburg.
5. Preis: Gutschein Restaurant Rössli Buus.

Gewinner:

1. Preis: Frau und Herr Verena und Bernhard Felder, Allschwil
2. Preis: Herr Hans Jenzer, Sissach
3. Preis: Frau Nadine Stampfli, Hemmiken
4. Preis: Herr Ruedi Buser, Rünenberg
5. Preis: Herr Cuno Colonnello, Oberwil

Hier finden Sie die Lösungen!

Wir danken den Lokalen für ihre Grosszügigkeit! Über den Wettbewerb wurde keine Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die GewinnerInnen wurden schriftlich benachrichtigt. Preisverleihung: 19. Oktober 2013.

Hier sind die Lösungen.
Juni-Wettbewerbsfrage als pdf.
Juli-Wettbewerbsfrage als pdf.
August-Wettbewerbsfrage als pdf.
September-Wettbewerbsfrage als pdf.

Einsendeschluss: 30. September 2013

Konzept, Text und Fotos: Martin Furter und Barbara Saladin

 
Thema im September 2013: Scheunen
     

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Bild 1

 

Bild 2

 

Bild 3

 

In den alten Oberbaselbieter Bauernhäusern befindet sich alles unter einem Dach: Wohnteil, Tenn, Stall, Heustock und Getreidevorratsraum. Was wir gemeinhin als Scheune bezeichnen, ist der Teil eines Gebäudes, in dem sich sowohl Stall als auch der Stauraum für Heu und anderes Futter findet. Bei uns hat die Landwirtschaft eine grosse Tradition – jahrhundertelang waren fast ausnahmslos alle Baselbieterinnen
und Baselbieter Bauern – auch der Schmied, Küfer, Wirt und sogar der Dorflehrer hielt sich meistens noch eine oder mehrere Kühe oder ein paar Ziegen und Hühner für den Eigenbedarf.

In den Dörfern des Farnsburger Amtes wurde vor allem Ackerbau betrieben, in Mischwirtschaft mit Viehzucht. Die Vollbauern besassen ein Haus mit dreiteiliger Scheune: dem Tenn und zwei flankierenden Stallteilen. Die Häuser der Kleinbauern hingegen, der Tauner und Heimarbeiter, hatten neben dem Tenn nur einen Stallteil. Dort war meist Kleinvieh untergebracht, das nicht ausreichte, um die Familie
durchzubringen, weshalb die Menschen dazuverdienen mussten, beispielsweise indem sie sich als Tagelöhner bei Grossbauern verdingten oder indem sie im Auftrag
der „Basler Bändelherren“ in Heimarbeit posamenteten.

Wenn schon die Wohnteile der Bauernhäuser im Baselbiet eher schlicht gehalten wurden, so hatten die Ökonomieteile natürlich noch weniger Verzierungen. Tenntore finden sich an den Bauernhäusern in verschiedenen Formen. Dabei kann
vereinfacht gesagt werden, dass Tore mit geradem Türsturz die ältesten sind, dann folgen die Rundbogen, die wiederum um die Mitte des 18. Jahrhundert durch die flacheren Bogen des Barocks, die Korbbogen, abgelöst wurden.

Die Stürze sind entweder aus Holz oder Stein gefertigt. Steinerne Stürze über den Toren können aus statischen Gründen nur in Bogenform konstruiert werden. Die ebenerdigen Scheunen besitzen immer auch ein Tor, das auf der Rückseite des Gebäudes wieder hinausführt – wenigstens ursprünglich. Heute sind diese hinteren Tore oft nicht mehr brauchbar, wenn Schöpfe oder andere Anbauten nachträglich hingestellt wurden. Alte, rückwärtige Tenntore sind mancherorts allerdings erhalten geblieben und legen heute Zeugnis darüber ab, wie auch das vordere Tor, das meist längst erneuert wurde, früher einmal ausgesehen hat.

Wettbewerbsfrage

Wie auf Bild 1 zu sehen ist, trägt manches Tenntor die Jahreszahl des Baus – und zeugt damit wohl von der Freude und dem Stolz der damaligen Bauherrschaft.

Auf Bild 2 sieht man neben dem Tor gleich zwei landwirtschaftliche Hilfsgeräte: Oben einen Heuaufzug, der nicht mehr in Betrieb ist, und unten am Boden den Dangelstein zum Schärfen der Sense, der gelegentlich noch gebraucht wird.

Auf Bild 3 sind die verschiedenen Eingänge zum Ökonomiegebäude gut zu sehen: Fürs Vieh die kleinere, rundbogige Stalltüre links, fürs Futter und den Wagen das grosse Tenntor rechts im Bild.

Die Objekte befinden sich in den Dörfern (alphabetisch):
Anwil, Rothenfluh, Rünenberg

 
Thema im August 2013: Fassaden, Fenster und Türen
     

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Bild 1

 

Bild 2

 

Bild 3

 

Die alten Baselbieter Häuser haben ein eher schlichtes Gesicht: Üppige Verzierungen sucht man vergeblich an ihnen, und ihre Fassaden sind meist bescheiden und funktional. Die Erscheinung der Hausfassade ist wesentlich geprägt von der Anzahl und der Grösse der Fenster. An der Fassade drückt sich die Stilrichtung einer bestimmten Epoche aus, wobei es sich oft um den Stil handelt, der zur Zeit eines Umbaus oder einer Renovation gebräuchlich war und nicht unbedingt um jenen, der zur Zeit der Erbauung herrschte. Ein Haus kann also durchaus älter sein als der Stil, den seine Fassade widergibt.

Früher waren die Fensteröffnungen tendenziell kleiner als heute. Einerseits wurden Glasscheiben erst im Laufe der Jahrhunderte günstiger, während sie einst sehr kostbar und rar waren, andererseits brauchte man auch fürs Posamenten viel Licht, was grössere Fenster nötig machte. Im 18. und 19. Jahrhundert sind die Fenster im Baselbiet somit allgemein grösser geworden als in den Jahrhunderten zuvor.

Wie die Fenster erfüllen auch die Haustüren verschiedene Funktionen: Neben dem Zugang zum Haus lassen auch die Türöffnungen Licht und Luft ins Innere des Gebäudes. Sie wurden - genau wie die Fenster - je nach aktueller Stilrichtung gestaltet.

Türen bestehen aus dem Türsturz, den seitlichen Pfosten sowie der Türschwelle. Die allermeisten Türen von Baselbieter Wohnhäusern haben einen geraden Türsturz - ältere rundbogige Türgewände sind nur noch vereinzelt zu finden. Die Türblätter der Haustüren waren eine Art Visitenkarte des Hauses und darum zum Teil von recht kostbarer Ausführung. Zwar werden Türen stark beansprucht, haben aber bei sorgfältiger Pflege auch eine sehr lange Lebensdauer. So finden sich an alten Häusern auch heute oftmals noch massive Eichenholztüren, die aus den ersten Jahrzehnten des 19., manchmal sogar noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Wie spannend wäre es, wenn sie erzählen könnten, wer bei ihnen schon ein und aus gegangen ist!

Kunstvolle Schmiedeeisen und Gitter, die häufig die Fenster in den Haustüren schmücken, dienten der Verschönerung und gleichzeitig auch dem Schutz - so konnte das Fenster geöffnet bleiben, ohne dass die Bewohner sich vor Eindringlingen fürchten mussten.

Wettbewerbsfrage

Das wunderschöne "Anisbrötli" über der Haustür in Bild 1 ist eine typische Hemmiker Steinmetzarbeit aus dem 19. Jahrhundert. Es zeigt die Jahrzahl der Errichtung und die Pflugschar als Symbol eines Ackerbauern - anhand solcher Bilder kann man auch heute noch erkennen, welchen Beruf der Erbauer eines Hauses ausübte.

Die Haustür mit Oberlicht in Bild 2 könnte ebenso den Zugang zu einem gewöhnlichen Bauernhaus bilden, die Wappen an der Fassade weisen allerdings auf eine höher gestellte Bewohnerschaft hin.

Und schliesslich Bild 3: Gestufte und gekuppelte spätgotische Fenster im Obergeschoss prägen die Fassade dieses eindrücklichen Hauses.

Die Objekte befinden sich in den Dörfern (alphabetisch):
Buus, Maisprach, Rickenbach

 
Thema im Juli 2013: Brunnen
     

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Bild 1

 

Bild 2

 

Bild 3

 

Bevor im Oberbaselbiet unterirdische Trinkwasserleitungen gebaut wurden, bezog die Bevölkerung ihr Wasser aus den Brunnen. Sie waren nicht nur Lebensmittelpunkt, sondern oft auch soziales Zentrum eines Dorfes – man holte Wasser, traf sich am Brunnen und hielt den einen oder anderen Schwatz: Am Brunnen wurde das Wasser für die Haushalte geholt, das Vieh getränkt und sowohl Nahrungsmittel als auch Kleider gewaschen.

Fast jedes Dorf hatte seinen Dorfbrunnen, daneben gab es weitere Gemeindebrunnen und oft auch private Brunnen. Im 18. Jahrhundert beispielsweise verfügte Sissach nur über zwei öffentliche und fünf private Brunnen.
Aus den Brunnstuben, wo das Quellwasser gefasst wurde, gelangte es in Holzteucheln ins Dorf. In Thürnen waren es 1863 – gemäss der Heimatkunde aus diesem Jahr – bei einer Einwohnerzahl von 308 immerhin zwei öffentliche und vier Privatbrunnen. Ein Brunnen versorgte also vor 150 Jahren durchschnittlich um die fünfzig Menschen mit Wasser, dazu kam das Vieh. Die Brunnen wurden aus verschiedenen Quellen versorgt, die in den trockenen Sommermonaten je nachdem schon mal beinahe versiegen konnten.

Das zentrale unterirdische Wasserversorgungssystem erreichte die Dörfer des Tafeljuras um die Jahrhundertwende. Sissach erhielt bereits 1883 ein
Leitungssystem, das die einzelnen Häuser ans Wassernetz anschloss, damals allerdings noch aus privater Initiative. Erst später übernahm die Gemeinde, und nochmals ein paar Jahre später wurde neben dem Quellwasser auch das
Grundwasser angepumpt. Mit den Wasseranschlüssen im Haus stieg nicht nur die Lebensqualität, sondern es entstanden auch sanitäre Anlagen, und durch die
zunehmende Hygiene konnten Seuchen wie Typhus oder Cholera eingedämmt werden.

Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir das Wasser in Trinkqualität und in beliebig grossen Mengen per Leitung ins Haus erhalten und das Gebrauchtwasser
durch die Kanalisation wieder abgeführt wird. Die Brunnen haben somit ihre zentrale Bedeutung längst verloren – aber einerseits werden sie immer noch als schöner Bestandteil eines alten Dorfkerns geschätzt und gepflegt und andererseits sind sie nach wie vor eine willkommene Erfrischung für Wanderer und oft auch ein beliebter
Spielplatz für die Kinder geblieben.

Wettbewerbsfrage

Der Brunnen auf Bild 1 diente den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses zur Wasserversorgung und zur Viehtränke einer kleinen Landwirtschaft.

Am stattlichen Brunnen am Dorfplatz (Bild 2) konnte das Vieh seinen Durst löschen – schade nur, dass das klare Nass heutigen Ansprüchen an Trinkwasserqualität nicht mehr genügt.

Die Jahrzahl 1839 auf Bild 3 belegt, dass der Brunnen in einer Zeit aufgestellt wurde,als die Wasserversorgung in die Häuser noch Jahrzehnte in der Zukunft lag.

Die Objekte befinden sich in den Dörfern (alphabetisch):
Diegten, Känerkinden, Wittinsburg

 
Thema im Juni 2013: Dachlandschaften
     

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Bild 1

 

Bild 2

 

Bild 3

 

Im ersten Teil unseres Wettbewerbs zum 10-Jahr-Jubiläum des Erlebnisraums Tafeljura steigen wir gleich hoch hinaus, und zwar aufs Dach. Jedes Oberbaselbieter Dorf weist eine charakteristische Dachlandschaft auf, und jeder kennt die grossen, meist recht steilen Dächer der alten Bauernhäuser, die die Landschaft und das Dorfbild prägen und selber eine Landschaft darstellen.

Ein genauer Blick auf unsere alten Dächer lohnt sich, denn sie schützen nicht nur seit Jahrhunderten das unter ihnen stehende Haus, sondern verraten auch einiges über vergangene Zeiten. Könnten sie reden, hätten die Dächer der alten Bauernhäuser
wohl eine Menge zu erzählen, wie es in den Dörfern früher zu und her ging. Bevor Stroh- und Ziegeldächer aufkamen, waren Schindeln als Dachbedeckung bei uns weit verbreitet. Allerdings bedeuteten schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts Schindeln eher geringen Reichtum. Damals gab es sie vor allem in den Bezirken Waldenburg und Laufen.

Auch das Strohdach galt bereits vor 250 Jahren als ärmlich und wurde zudem staatlich zur Ausmusterung empfohlen, da es viel anfälliger für Feuersbrünste war als das Ziegeldach – beispielsweise in Wittinsburg brannten im Jahr 1704 14
Strohdachhäuser nieder. Das letzte Baselbieter Strohdachhaus verschwand im Jahr 1900 in Rothenfluh.

Klassisch sind nach wie vor die Ziegeldachhäuser. Früher waren es Flach- oder Nasenziegel, heute sind es Falzziegel, die die Dachstühle und damit die Häuser schützen.

Charakteristisch für Baselbieter Bauernhäuser ist der Knick im Dach. Dieser findet sich in ganz unterschiedlichen Höhen der Traufe und besteht auch aus unterschiedlichen Gründen: So kann er durch einen Aufbau, den sogenannten „Aufschiebling“ konstruktionsbedingt die Stelle schützen, wo die achkonstruktion
auf dem Mauerwerk aufliegt. Oder er bietet als Vordach Schutz über dem Scheunen-Vorplatz. Bei Posamenterhäusern wurden Aufschieblinge auch oft gebaut, um genügend Licht ins Obergeschoss zu lassen, das für die Arbeit am Webstuhl
unabdingbar war.

Im Oberbaselbiet sind verschiedene Formen von Dächern üblich: Mansarddächer, Pultdächer sowie Sattel- oder Giebeldächer. Fast nirgendwo mehr im Originalzustand
vorhanden ist heute allerdings das früher verbreitete Walmdach. In Dorfkernen war es üblich, ein Haus ans nächste anzubauen.

Wettbewerbsfrage

Für unseren Wettbewerb suchen wir drei besonders interessante Details von Oberbaselbieter Dachlandschaften:

Das Satteldach mit Knick in Bild 1 ist weiter ausladend als jenes ohne Knick beim Wohnteil und bietet deshalb einen ausreichenden Traufschermen vor der Scheune. Einen ausnehmend reizvollen Anblick bietet die Folge von Giebeln in Bild 2 mit attraktiven Giebelöffnungen, durch die vor langer Zeit noch der Rauch vom Herdfeuer entwich oder die der guten Durchlüftung des Dachraums dienen. Den Abschluss einer Häuserzeile in Bild 3 bietet ein stattliches Gebäude mit einem
Halbwalmdach.

Die Objekte befinden sich in den Dörfern (alphabetisch):
Oltingen, Wenslingen, Zeglingen